Wunderkerze: Neuinspiration

Welche Tools wir durch Corona lieben lernen und warum

Eine Krise birgt immer auch die Chance auf einen Neuanfang, ein Umdenken. Wir müssen nur die letzten 8 Wochen Revue passieren lassen: die neuen Tools und Handelsformate, mit denen wir in Zeiten von Remote Work, Home Schooling und Social Distancing in Berührung gekommen sind (unbestreitbare Krisengewinner, so viel ist klar) sprechen für sich – ein vielfältiges Angebot digitaler Lösungen, die auf einmal wie selbstverständlich genutzt werden. Wir sprechen vielleicht von einer „Zwangsdigitalisierung“ und fühlen uns, zu Recht, mit der Handhabung zunächst überfordert. Dabei übersehen wir aber leicht, dass wir auch Nutzen aus diesem Shift von Offline zu Online ziehen können, der uns ohnehin irgendwann eingeholt hätte.

Wir haben in unserem Team gefragt, welche Tools wir sowieso schon, aber nun ganz besonders nutzen, ja tatsächlich sogar auf die Nutzung dieser angewiesen sind. Was haben sie gemeinsam? Welche Tools und Apps haben sich in der vergangenen Zeit in unsere Herzen geschlichen und wollen wir auch nach Corona nicht missen? Und warum?

Nutzen, welcher eigentlich?

Umdenken - klar, aber worin genau besteht der Vorteil des schnellen und ungeahnten Wandels, den wir gerade alle zwangsläufig durchlaufen? Zwischen der täglichen Homeschooling-Session und dem beruflichen Zoom-Meeting mit Kollegen auch noch die Benutzeroberfläche der neuen Software erforschen, die ab sofort die Arbeit im Team organisiert? Das klingt mehr nach Stress, als nach Nutzen und Lust auf neue Horizonte.

Dabei sollen ja all diese Tools kleine und große Helferleins im Alltag sein. Im Härtetest von COVID-19 muss sich nun beweisen, was dem Nutzer echten Mehrwert bringt. Durchaus gut für uns, denn wir entwickeln auf diese Weise ein Gespür dafür, welche Art von Software wir mögen und warum.

Auch die Tool-Favoriten-Liste des Hublify-Teams gibt Aussage darüber, was unseren Anforderungen (im Krisenmodus wie auch im alltäglichen Leben) standhalten kann: Sie umfasst zuvor bereits genutzte wie auch neu entdeckte Tools, die unseren Bedürfnissen entsprechen und ihren Beliebtheitsgrad auch in Zukunft behalten werden.

Um diese Tools kommen wir aktuell nicht drum herum – und wir lieben sie

Wir sitzen alle im selben Boot: Arbeiten ohne physischen Kontakt mit Kollegen oder Kunden pusht Videokonferenzen, Chats und Kollaborationstools enorm. Zu unseren Kommunikations-Favoriten im Home Office zählen deshalb: Microsoft Teams, Google Hangouts und Slack. Und auch von Nextcloud sind wir mehr und mehr begeistert, wenn es darum geht von überall (und egal mit welchem Gerät) Zugang zu unseren Dokumenten zu haben und sie dabei auf einem eigenen Server abzulegen.

In Zeiten, in denen die Läden geschlossen bleiben und der physische Einkaufsbummel mit Freunden flachfällt, erleben zudem Online-Shopping-Möglichkeiten wie Second Hand Marktplätze Hochkonjunktur: Kleiderkreisel oder Ebay Kleinanzeigen versprechen 100%ige Verfügbarkeit und Preise für Krisenbudgets. Wir haben aber auch Bringdienste von lokalen Läden genutzt, die kreative Beratung und Bestellungen über WhatsApp, Telefon, etc. abwickeln und die Tüte kontaktlos vor die Haustür stellen.

Und um zu unterstreichen, dass Not wirklich erfinderisch macht: Auch mit neu entstandenen Geschäftsmodellen sind wir in Berührung gekommen. Ob sie nur eine Corona-Lücke schließen, oder tatsächlich Fuß fassen und rentabel sind, wird sich zeigen. Erstaunt über die Ideenvielfalt und die Schnelligkeit, mit der diese ins Leben gerufen wurden, sind wir allemal. So bietet Retorio die Möglichkeit, das klassische Vorstellungsgespräch mit obligatorischem Händedruck zu ersetzen. Bewerber senden ihr Video ein, das Tool wertet das Material mithilfe von einer Kombination aus KI und Machine Learning mit wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Psychologie und Organisationsforschung aus. Tatsächlich verspricht das Konzept eine um 75% reduzierte hire-time, was das Tool vermutlich auch nach der Krise nicht an Attraktivität verlieren lässt. Ein weiteres Beispiel: Speziell für kleine Läden, die besonders von Corona betroffen sind, hat die Stadt Hamburg ein Portal eröffnet - Hamburg bringts. Hier können sich Gastronomie oder Handel mit ihrem Angebot kostenlos eintragen. Denn wer weiß schon, welches Restaurant in der Nähe trotz Schließzeit liefert.

Was Lieblingstools ausmacht und warum wir sie lieben

Natürlich mussten auch wir uns an das ein oder andere Modell erst gewöhnen und uns in die digitalen Neukonzepte, mit denen Unternehmen blitzschnell auf die veränderten Umstände reagiert haben und es noch tun, einfinden. Im Rahmen dessen sind wir uns jedoch auch über die Mindestanforderungen einig geworden, die für den Favoritenstatus eines Tools notwendig sind:

  1. Es funktioniert auch in Stoßzeiten: Wer dem Belastungstest Corona standhält und die Videokonferenz ohne Abbruch oder Qualitätseinbußen übersteht, die Bestellung einwandfrei bis zum Check-Out bringt, dem vertrauen wir auch in normalen Zeiten.
  2. Keiner hat Lust sich durch lange Tutorials zu wühlen. Wir mögen Software nach dem Apple-Prinzip: intuitiv, verständlich und übersichtlich – eine ansprechende Benutzeroberfläche, ein freundlicher Support, leichte Bedienung, ein Muss, um sich schnell an neue Tools zu gewöhnen.
  3. Wenn die technischen Geräte unter den Familienmitgliedern zirkulieren, dann muss die Software von egal welchem Gerät aus zugänglich und optimal nutzbar sein, dann müssen zur Not Word-Dokumente auch übers Handy editierbar sein.
  4. Und weil das Gerät egal ist, mögen wir Tools, die via Browser zugänglich und ohne weitere Gebühr nutzbar sind.
  5. Für manche ist das Thema Datensicherheit eine Mindestanforderung: Im schulischen Kontext hat daher jitsi als Meeting-Konferenztool einen rasanten Aufstieg erlebt.
  6. Wenn wir Kollegen schon nicht im Büro sehen, dann soll der Austausch über Kommunikationstools Spaß machen, einfach sein und der Zusammenarbeit keine Grenzen gesetzt werden. Gemeinsames Bearbeiten von Dokumenten, ein kleiner Chat dazu, Reaktion per Emoji, wenn das möglich ist, dann können wir uns Home Office auch länger vorstellen.

Wir haben gelernt: Tools und Softwares, die diesen Kriterien entsprechen, bleiben auch weiterhin unsere Spitzenreiter und Begleiter – ob nun im Remote Work oder Büroalltag. Die digitale Transformation, die wir durch Corona durchlaufen, schult demnach unbestreitbar unser Gespür dafür, was wir brauchen und was nicht. Dieses Feingefühl und die klaren Ansprüche, die wir in Zukunft an neue Konzepte stellen werden, sind ein Gewinn für uns.

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Digital Native und zuhause in der Welt von Insta und Online. Als Non-ITlerin "Übersetzerin" von Software- und Business-Denglisch in eine für-jeden-verständliche Sprache.

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