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Produktinformationen verwalten – aber wo? PIM vs PXM vs PLM vs PDM

Vier Begriffe, ein Ziel — und doch völlig unterschiedliche Ansätze

Bei der Entstehung und Vermarktung eines Produktes fallen Unmengen an Informationen rund um das Produkt an. Je nachdem, wer mit diesen Produktdaten arbeitet, ist an anderen Informationen interessiert und will diese mit Hilfe von Software steuern und verwalten. 

PIM, PXM, PLM, PDM — wer sich mit Software zur Verwaltung von Produktdaten beschäftigt, kennt mindestens einen dieser Begriffe. Dieser Artikel sortiert, was hinter jedem Begriff steckt, was echte Differenzierung ist und was nur Marketing, wo sie sich überschneiden und welches Konzept für welchen Use Case gedacht ist.

PIM — die Datenbasis für alles

Product Information Management (PIM) ist die zentrale Verwaltung aller Produktinformationen, die für Marketing und Vertrieb relevant sind. Konkret: Artikelnummern, EANs, Produktbeschreibungen, Maße, Gewichte, Farb- und Größenvarianten, Bilder, Videos, Bedienungsanleitungen, Zertifikate, Preise, Kategoriezuordnungen.

Ein PIM ist der "Single Source of Truth" für deine Produktdaten. Du pflegst einmal zentral, und das System spielt die Daten in der jeweils richtigen Ausprägung an alle angebundenen Kanäle aus: Shopify-Store, Shopware-Shop, Amazon-Listing, Otto-Feed, Papierkatalog, B2B-Portal.

Typische Nutzer: eCommerce-Teams, Produktdaten-Manager, Redakteure, Einkauf.

Typische Branchen: Handel, Mode, Lebensmittel, Maschinenbau mit D2C-Kanal, überall wo viele Produkte über mehrere Kanäle verkauft werden.

Wie sich PIM-Systeme untereinander unterscheiden: Preise werden je nach System im ERP oder direkt im PIM gepflegt. Medien landen entweder im integrierten DAM des PIM oder in einem separaten MAM/DAM. Diese Unterschiede sind entscheidend beim Systemvergleich.

Mehr Details zur PIM-Software findest du in unserem Glossar-Artikel zu PIM.

PXM — wenn Produktdaten zum Erlebnis werden

Product Experience Management (PXM) baut auf PIM auf und geht einen Schritt weiter: Es geht nicht mehr nur darum, dass die Produktdaten vollständig und korrekt sind, sondern darum, dass sie für den jeweiligen Kontext optimal aufbereitet sind.

Kontext bedeutet dabei: Eine PXM-Lösung setzt die Produktinformationen in Verbindung mit der Zielgruppe, dem Verkaufskanal, der Sprache, den Touch Points bis hin zum passenden Zeitpunkt der Customer Journey. Für diese Kontextualisierung bedarf es weit mehr Informationen als die reinen Produktdaten, was einen deutlich größeren Aufwand bedeutet. Dafür können die genau passenden Informationen besser überzeugen. 

Dasselbe Produkt, z.B. ein Funktionsshirt, wird auf Instagram jung und emotional inszeniert ("Für den nächsten Trail-Run"), auf einem B2B-Marktplatz mit technischen Specs und Mindestabnahmemengen ausgespielt, und im Newsletter für Bestandskunden mit einem "Passend zu deinem letzten Kauf"-Teaser kombiniert.

Wichtig zu verstehen: PXM ist kein eigenes System, das du kaufst, sondern ein Ansatz, den du mit deinem PIM umsetzt. 

Die technische Voraussetzung ist ein PIM, das flexibel genug ist, Produktdaten strukturiert zu modellieren, zielgruppen- und kanalspezifisch anzureichern und an unterschiedliche Ausgabekanäle auszuspielen.

Was das in der Praxis bedeutet:

  • Produktinformationen lassen sich mit kanal-, zielgruppen- oder marktspezifischen Merkmalen strukturieren, etwa für B2B, D2C, Marktplätze oder bestimmte Zielgruppen ("Gen Z", "B2B", "Instagram").
  • Für einzelne Kanäle können spezifische Pflichtattribute, Inhalte und Formate definiert werden, zum Beispiel für Amazon, OTTO oder den eigenen Onlineshop.
  • Das PIM unterstützt eine automatisierte Ausleitung über APIs oder Standardschnittstellen in Shop, Marktplätze, Apps und weitere Touchpoints.
  • Inhalte, Attribute und Medien können regelbasiert je Kanal, Markt oder Zielgruppe angepasst werden.
  • Idealerweise lassen sich Erkenntnisse aus Conversion-Daten, Suchverhalten oder Retourengründen in die Optimierung der Produktdaten zurückführen.

Ein gutes PIM, das diese Struktur abbildet und sauber über API ausspielt, ist dein PXM-System. Separate "PXM-Software" braucht es dafür in den meisten Fällen nicht — das ist häufig Marketing-Sprache etablierter Anbieter für Funktionen, die in modernen PIM-Systemen längst eingebaut sind.

Mehr zum Thema PXM findest du in unserem Glossar-Artikel zu PXM und im praktischen Guide Wie geht PXM?.


Infografik: Unterschiede PIM, PXM, PLM, PDM



PLM — Produktdaten von Anfang bis Ende aus Herstellerperspektive

Product Lifecycle Management (PLM) verwaltet ein Produkt über seinen gesamten Lebenszyklus: von der ersten Idee über Entwicklung, Zulassung, Produktion, Markteinführung bis zur Entsorgung. PLM denkt das Produkt aus der Innenperspektive des Herstellers. Dabei ist PLM ist ein ganzheitlicher Ansatz und fokussiert sich auf die Koordination und Verwaltung aller Phasen des Produktlebenszyklus, um interne Prozesse, Aufwände und Erträge optimieren zu können. Insbesondere in der Fertigungsindustrie ist PLM ein sinnvolles Konzept, das eine wichtige Grundlage für die Steuerung von Produkten bildet. Selbst wenn PLM häufig als Software-Lösung angeboten wird, so ist es originär ein Konzept für die Unternehmensstrategie.

Typische Nutzer: Management, Hersteller der Fertigungsindustrie in Produktentwicklung, Projektmanagement und Qualitätssicherung.

Typische Branchen: Automotive, Maschinenbau, Elektrotechnik, Konsumgüterherstellung.

Verhältnis zu PIM: PLM und PIM können nebeneinander existieren. In der Praxis fließen Produktdaten aus PLM (z.B. technische Specs, Zertifizierungen) ins PIM — dort werden sie für den Vertrieb aufbereitet.

Mehr dazu in unserem Glossar-Artikel zu PLM.

PDM — technische Daten für Konstruktion und Fertigung

Product Data Management (PDM) ist gewissermaßen der Vorläufer von PLM und hat seinen Ursprung in der Produktentwicklung. Während PLM den gesamten Lebenszyklus im Blick hat, fokussiert sich PDM auf die technischen Konstruktionsdaten: CAD-Dateien, Zeichnungen, Stücklisten, Fertigungsanweisungen, Baugruppen, Versionierung.

PDM ist das Werkzeug der Konstruktions- und Fertigungsabteilung. Ein PDM-System sorgt dafür, dass die Produktstruktur mit Bauteilen und Baugruppen, dazugehörige Zeichnungen und Modelle, Fertigungsanweisungen, Stücklisten, Genehmigungen und  Konfigurationen und Aktualisierungen sicher und effizient verwaltet werden, um die Produktentwicklung zu optimieren und Entwicklungszeiten zu verkürzen.

Typische Nutzer: Konstrukteure, Fertigungsplaner, Qualitätsingenieure.

Typische Branchen: Maschinenbau, Automotive, Elektronikindustrie, überall mit komplexer Produktentwicklung.

Verhältnis zu PIM: Ähnlich wie PLM kann PDM als Datenquelle für PIM dienen. Maße, Materialangaben und technische Spezifikationen aus dem PDM sind oft auch für den Vertrieb relevant und wandern ins PIM.

Mehr dazu in unserem Glossar-Artikel zu PDM.


Vergleich auf einen Blick — wer braucht was?

System

Fokus

Nutzer

Typische Branchen

Verhältnis zu PIM

PIM (Product Information Management)

Zentrale Verwaltung, Anreicherung und Ausspielung von verkaufsrelevanten Produktinformationen für verschiedene Kanäle

E-Commerce, Marketing, Produktmanagement, Vertrieb, Content-Teams

Handel, E-Commerce, Konsumgüter, Industrie, Großhandel, Hersteller mit vielen Vertriebskanälen

Zentralsystem für produktbezogenen Vertriebs- und Marketing-Content

PXM (Product Experience Management)

Steuerung und Optimierung der Produkterfahrung über alle Touchpoints hinweg, oft inklusive kanal- und zielgruppenspezifischer Ausspielung

Marketing, E-Commerce, Customer Experience, Digital Teams

Vor allem E-Commerce, Retail, D2C, Markenhersteller

Baut auf PIM auf: PIM liefert die Produktdaten, PXM nutzt sie zur Gestaltung besserer Produkterlebnisse

PDM (Product Data Management)

Verwaltung technischer Produktdaten, CAD-Daten, Versionen, Zeichnungen und Konstruktionsinformationen

Konstruktion, Entwicklung, Engineering, technische Produktentwicklung

Maschinenbau, Fertigung, Automotive, Medizintechnik, Elektronik

Vorgelagert zu PIM: PDM liefert technische Basisdaten, die teilweise ins PIM übernommen werden

PLM (Product Lifecycle Management)

Steuerung des gesamten Produktlebenszyklus von Idee, Entwicklung und Produktion bis Service und Ausphasung

Produktentwicklung, Engineering, Produktion, Qualitätsmanagement, Management

Industrie, Automotive, Luftfahrt, Medizintechnik, Hightech, komplexe Fertigung

Übergeordnet zu PIM: PLM verwaltet den gesamten Lebenszyklus, PIM fokussiert auf Vermarktung und Bereitstellung von Produktinformationen


Welches System passt zu deinem Unternehmen?

Die Systeme schließen sich nicht gegenseitig aus — sie bedienen unterschiedliche Phasen und Abteilungen. Jedes System erfüllt spezifische Anforderungen und ist in unterschiedlichen Unternehmen, Branchen und Geschäftsbereichen unterschiedlich verbreitet. Als Hersteller kann man gleichzeitig ein PDM in der Produktentwicklung nutzen und ein PIM für den D2C-Shop. Ein reiner Online-Händler ohne eigene Produktentwicklung braucht nur PIM - und setzt damit bereits eine PXM-Strategie um, sobald er Daten kanalspezifisch ausspielt.

Hublify: Dein PIM als Einstieg in PXM

Hublify PIM ist die Datenbasis, von der aus du eine PXM-Strategie aufbauen kannst - ohne eine zweite Software-Ebene, ohne komplizierte Middleware. Produktdaten werden einmal gepflegt und über eine API-first-Architektur kanalgerecht ausgespielt: an Shopify, Shopware, Marktplätze, B2B-Portale und weitere Kanäle.

Kunden wie Jungherz (80.000 Produkte aus mehreren Quellen, live in 2 Tagen) oder Releeze (30 Shops über ein zentrales Backend gesteuert) zeigen, was mit der richtigen Datenbasis möglich ist.

Hublify ist cloud-basiert, Made in Germany, und wächst modular: vom PIM über Order Management, CDM, Marketplace bis hin zur vollständigen Commerce-Plattform.

Lass dir zeigen, wie Hublify deine Produktdaten kanalfertig macht: Jetzt Demo anfordern


Häufig gestellte Fragen zu PXM, PIM, PLM und PDM

Ist PXM dasselbe wie PIM?
PIM und PXM hängen eng zusammen, sind aber nicht dasselbe. PIM verwaltet Produktinformationen zentral: Titel, Beschreibungen, Merkmale, Medien, technische Daten, Übersetzungen, Kanäle. PXM geht einen Schritt weiter: Es nutzt diese Daten, um das Produkterlebnis je Kanal, Zielgruppe oder Kontext zu optimieren. 

Einfach gesagt: PIM = Was sind die richtigen Produktdaten? PXM = Wie wirken diese Produktdaten beim Kunden am besten?

Brauche ich separate PXM-Software?
In den meisten Fällen nicht. Viele Anbieter vermarkten PXM-Funktionen als eigenständige Kategorie. Tatsächlich sind das Funktionen, die ein gutes PIM-System bereits mitbringt: kanalspezifische Datenfelder, Zielgruppen-Tagging, API-first-Ausspielung. Prüfe zuerst, was dein bestehendes oder geplantes PIM-System leisten kann.

Können PIM und PLM gleichzeitig genutzt werden?
Ja, und das ist in der Fertigungsindustrie häufig der Fall. PLM verwaltet den Produktlebenszyklus, PIM die Vermarktung der Produktinformationen. Viele technische Produktdaten aus dem PLM (Maße, Materialien, Zertifizierungen) fließen über Schnittstellen ins PIM.

Welche PXM-Anbieter gibt es im DACH-Raum?
Akeneo ist der bekannteste Anbieter, der PXM als eigenständigen Begriff geprägt hat. Daneben bieten Centric PXM (Contentserv) und inriver entsprechende Lösungen an. Hublify positioniert sich als modernes, cloud-basiertes PIM aus Deutschland, das PXM-Strategien ohne zusätzliche Software-Ebene ermöglicht.

Ist PXM auch für KMU sinnvoll?
Ja, wenn du über mehrere Kanäle mit unterschiedlichem Kontext und Zielgruppen verkaufst. Für KMU lohnt sich PXM vor allem dann, wenn Produkterlebnisse ein Wettbewerbsfaktor sind. Also etwa im E-Commerce, bei erklärungsbedürftigen Produkten, bei internationalem Vertrieb oder wenn Inhalte je Kanal angepasst werden müssen. Der PXM-Ansatz skaliert mit dem Aufwand: Auch mit einem soliden PIM und klaren Kanal-Regeln für deine Produktdaten betreibst du bereits PXM. Du musst nicht Enterprise-Preise zahlen, um das Konzept zu leben.

Letzte Aktualisierung: 14.04.2026
Hublify Wave