Data Science
Definition & Bedeutung
Data Science beschreibt die systematische Gewinnung von Wissen und verwertbaren Erkenntnissen aus Daten. Dabei kommt eine Vielzahl wissenschaftlicher Methoden, Prozesse, Algorithmen sowie spezialisierter Technologien zum Einsatz. Data Science ist ein Überbegriff für verschiedene Techniken, die genutzt werden können, um Big Data zu analysieren. Dazu zählen Predictive Analytics, Künstliche Intelligenz, für die wiederum Machine Learning oder Deep Learning angewandt wird, oder auch Data Engineering.
Ziel ist es, sowohl aus strukturierten als auch unstrukturierten Daten klare Muster, Zusammenhänge und verlässliche Vorhersagen zu extrahieren – und diese als Entscheidungsgrundlage für strategisches oder operatives Handeln zu nutzen. Nicht selten wird Data Science mit dem Begriff Datenwissenschaft umschrieben. Dieser Ansatz gewinnt im E-Commerce fortlaufend an Bedeutung, da nahezu jeder Geschäftsprozess heute von der Verfügbarkeit und Analyse großer Datenmengen geprägt ist.
Was ist Data Science?
Data Science steht für das datengetriebene Lernen aus historischen, aktuellen und teilweise sogar prognostizierten Informationen. Hierbei handelt es sich um ein interdisziplinäres Feld, das auf Prinzipien aus Mathematik, Statistik, Informatik und Domänenwissen basiert. Das Ziel: Aus scheinbar ungeordneten Daten werden wertvolle Erkenntnisse generiert, die Geschäftsentscheidungen fundieren und automatisierte Prozesse ermöglichen. Besonders Online-Händler profitieren von den Möglichkeiten, mit Data Science individuelle Kundenbedürfnisse zu verstehen und Geschäftsprozesse effizient zu steuern.
Wie funktioniert Data Science?
Grundsätzlich wird erst einmal eine Zielsetzung definiert, sozusagen eine Forschungsfrage. Daraufhin werden die passenden Datenquellen und richtigen Methoden gewählt und angewandt.
Der Kernprozess von Data Science umfasst die Erfassung, Bereinigung, Weiterverarbeitung, Analyse und Visualisierung von Daten. Im Detail werden folgende Schritte durchlaufen:
- Datenerhebung: Rohdaten werden aus verschiedenen Quellen gesammelt – etwa Webshops, Kassensystemen, ERP-Lösungen oder Social Media.
- Datenbereinigung & Transformation: Unbrauchbare Informationen werden entfernt, relevante Datenfelder strukturiert und vereinheitlicht.
- Analyse & Modellerstellung: Mit statistischen Methoden oder Machine-Learning-Algorithmen werden Muster, Auffälligkeiten oder Vorhersagen abgeleitet.
- Visualisierung & Interpretation: Ergebnisse werden anschaulich aufbereitet, um sie als Entscheidungsbasis verständlich zu machen.
Wenn man zum Beispiel den Kaufprozess optimieren möchte, werden Nutzerdaten über das Kundenverhalten vor dem Kauf gesammelt. Daraufhin können diese analysiert werden, zum Beispiel mithilfe einer KI. Die wichtigen Faktoren, die den Kauf beeinflussen, können so gefunden und optimiert werden.
Der entscheidende Vorteil: Auch unstrukturierte Daten – wie Produktbeschreibungen, Kundenbewertungen oder Serviceanfragen – lassen sich nutzbar machen. Die so gewonnenen Einsichten ermöglichen es, die eigenen Geschäftsprozesse datengetrieben auszurichten.
Warum und wo ist Data Science relevant?
Vorangetrieben durch die Digitalisierung stehen Unmengen an Daten zur Verfügung. Daten treiben heute nahezu jede unternehmerische Entscheidung – ob Preisgestaltung, Bestandsplanung oder zielgruppenspezifisches Marketing. Gerade im E-Commerce gilt Data Science als Schlüsselkompetenz, um sich im Wettbewerb zu behaupten. Kundendaten bilden den Ausgangspunkt für personalisierte Angebote, während Transaktionsdaten gezielte Lager- und Lieferkettenoptimierung ermöglichen. Aber auch in der Retourenvermeidung, der Prognose saisonaler Nachfragespitzen oder der Identifikation von Umsatzrückgängen bringt Data Science echten Mehrwert für Online-Händler. Für Unternehmen wird die Fähigkeit, große Datenmengen effizient auszuwerten und umzusetzen, zunehmend zum Erfolgsfaktor.
Warum gilt Data Science als interdisziplinäres Feld?
Die Herausforderungen in Data Science lassen sich nicht durch eine einzelne Fachrichtung lösen. Vielmehr treffen hier Kompetenzen aus unterschiedlichen Disziplinen aufeinander:
- Mathematik & Statistik: Sie liefern die methodische Grundlage zur Mustererkennung, Prognose- und Wahrscheinlichkeitsberechnung.
- Informatik: Sie sorgt für die technische Umsetzung der Analysen – etwa bei der Entwicklung von Algorithmen und Datenstrukturen.
- Domänenwissen: Branchenkenntnisse helfen, Analysen in praxisrelevante Fragestellungen zu übersetzen und Ergebnisse Geschäftsentscheidungen zugänglich zu machen.
- Kommunikation & Visualisierung: Die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zielgruppengerecht aufzubereiten, stellt eine oft unterschätzte Kernkompetenz dar.
Welche Methoden und Technologien prägen Data Science?
Wichtige Methoden der Data Science
Im Zentrum von Data Science stehen zahlreiche Methoden, die je nach Anwendungsfall zum Einsatz kommen. Dazu zählen:
- Deskriptive Analyse: Vergangene Ereignisse werden untersucht und verständlich dargestellt (z. B. Analyse von Umsatzverläufen im Onlineshop).
- Prädiktive Analyse: Basierend auf vorhandenen Daten werden Vorhersagen für die Zukunft getroffen, etwa für drohende Warenengpässe.
- Explorative Analyse: Unbekannte Zusammenhänge und Muster in Datenbeständen werden entdeckt, zum Beispiel durch die Segmentierung von Kundengruppen.
- Maschinelles Lernen: Algorithmen erkennen automatisch Muster und lernen ohne explizite Programmierung, etwa zur Personalisierung des Einkaufserlebnisses.
Prozesse und typische Algorithmen
Der typische Data-Science-Prozess orientiert sich an mehreren Stufen – von der Datenakquise über die Analyse bis hin zur Implementierung im Geschäftsalltag.
- Datenvorverarbeitung: Zentrale Aufgabe ist die Bereinigung und Strukturierung der oft heterogenen Rohdaten.
- Feature Engineering: Relevante Merkmale werden identifiziert und ggf. neu entwickelt, um die Aussagekraft der Analysen zu maximieren.
- Modellbildung und Validierung: Mit Algorithmen wie Entscheidungsbäumen, Regressionen oder neuronalen Netzen werden Modelle aufgebaut, getestet und optimiert.
- Integration: Die gewonnenen Modelle werden in die unternehmerischen Prozesse – etwa die Sortimentsgestaltung oder das Dynamic Pricing – eingebunden.
Gerade für Online-Händler ist eine nahtlose Verknüpfung mit internen Tools und Plattformen entscheidend, damit Erkenntnisse in Echtzeit nutzbar werden.
Tools & Technologien im Überblick
Zur Umsetzung von Data Science im E-Commerce kommen zahlreiche Werkzeuge zum Einsatz, von leichtgewichtigen Analyseplattformen bis hin zu komplexen Cloud-Lösungen. Typische Technologien sind:
- Programmiersprachen wie Python oder R, die durch umfangreiche Bibliotheken für Datenanalyse und Machine Learning überzeugen
- Datenbanksysteme und Cloud-Plattformen, um große und heterogene Datenmengen effizient zu verwalten
- Visualisierungstools wie Tableau oder Power BI für die übersichtliche Darstellung von Analyseergebnissen
- Automatisierte Schnittstellen zu Warenwirtschaft, PIM oder Order-Management-Systemen, um Datenquellen zentral nutzbar zu machen
Moderne Commerce-Plattformen wie Hublify bieten heute bereits integrierte Schnittstellen, mit denen Daten zum Beispiel aus Order Management, PIM und Warenwirtschaft nahtlos für Data-Science-Anwendungen genutzt werden können.
Datenvisualisierung in der Data Science
Mit der steigenden Komplexität der Daten wächst auch der Bedarf an Transparenz. Eine zentrale Rolle spielt daher die Visualisierung, damit alle Beteiligten – vom Marketing bis zur IT – die gewonnenen Erkenntnisse unmittelbar erfassen können. Häufig eingesetzte Darstellungsformen im Alltag von Online-Händlern sind:
- Dashboards, die Verkaufs- oder Lagerkennzahlen in Echtzeit präsentieren
- Heatmaps, um beliebte Produktbereiche oder häufige Klicks zu verdeutlichen
- Interaktive Diagramme, um Abhängigkeiten etwa zwischen Werbemaßnahmen und Conversion Rates sichtbar zu machen
Visuelle Analyse ist unverzichtbar, um datenbasierte Entscheidungen auf allen Unternehmensebenen schnell und sicher zu ermöglichen.
Wo findet Data Science Anwendung – und welche Praxisbeispiele gibt es?
Anwendungsgebiete von Data Science
Data Science ist heute in nahezu allen Branchen und Unternehmensbereichen etabliert. Im E-Commerce sind typische Einsatzfelder unter anderem:
- Personalisierte Kaufempfehlungen im Onlineshop
- Dynamische Preisgestaltung je nach Marktsituation und Konkurrenz
- Optimierung von Lagerbeständen und Lieferketten
- Analyse von Retouren, um Rücksendungen nachhaltig zu reduzieren
- Erkennung von Betrugsmustern im Zahlungsverkehr
Darüber hinaus wird Data Science in der Logistik, im Gesundheitswesen und in der verarbeitenden Industrie für datengetriebene Innovationen eingesetzt.
Praxisbeispiele und konkrete Use Cases
Online-Händler setzen Data Science gezielt ein, um sich von Wettbewerbern abzuheben. Beispiele aus der Praxis:
- Sortimentsoptimierung: Auswertung von Bestell- und Klickdaten, um Verkaufsschlager zu identifizieren und das Sortiment entsprechend auszurichten.
- Pricing-Strategien: Einsatz von Machine Learning zur Ermittlung optimaler Preise, abhängig von Tageszeit, Verhalten der Mitbewerber und Lagerbestand.
- Kundenservice: Vorhersage von Anfragen oder Beschwerden mit Hilfe von Stimmungsanalysen auf Basis von Kundenfeedback.
- Churn-Prevention: Registrierung gefährdeter Kunden mit hoher Abwanderungswahrscheinlichkeit und gezielte Rückgewinnungsmaßnahmen.
Welche Chancen, Herausforderungen und Trends gibt es in Data Science?
Chancen und Vorteile für den E-Commerce
Für Online-Händler eröffnen sich durch Data Science zahlreiche Chancen:
- Steigerung der Conversion Rate durch bedarfsgerechte Produktempfehlungen
- Kostensenkung durch optimierte Lagerhaltung und zielgenaue Marketingkampagnen
- Deutlich bessere Prognosen für Umsatz, Absatz und Lagerreichweite
- Frühzeitige Identifikation neuer Zielgruppen und Marktchancen
Die Möglichkeit, kontinuierlich aus aktuellen Daten zu lernen und darauf zu reagieren, verschafft Unternehmen einen nachhaltigen Wettbewerbsvorsprung.
Typische Herausforderungen & Limitationen
Trotz der vielen Vorteile stehen Händler und Unternehmen regelmäßigen Herausforderungen gegenüber:
- Datenqualität und -konsistenz: Falsche oder fehlerhafte Datensätze führen zu unsicheren Analysen.
- Ressourcenmangel: Fachkräftemangel im Bereich Datenwissenschaft bremst viele Projekte aus.
- Rechtliche Rahmenbedingungen und Datenschutzanforderungen, insbesondere im Umgang mit personenbezogenen Kundendaten.
- Technische Komplexität bei der Integration verschiedener Datenquellen und IT-Systeme.
Neben diesen Faktoren erfordern Projekte im Bereich Data Science häufig ein Umdenken in der Unternehmenskultur: Datengetriebenes Arbeiten muss auf allen Ebenen verankert werden.
Zukunft & Trends in Data Science
Data Science entwickelt sich rasant weiter. Zu den wichtigsten Trends gehören:
- Automatisierte Data-Science-Plattformen („AutoML“), die viele Prozesse vereinfachen und beschleunigen.
- Starker Fokus auf Künstliche Intelligenz und Deep Learning für Prognose- und Entscheidungssysteme.
- Vernetzung von Daten aus unterschiedlichsten Systemen und Kanälen („Data Lakes“ und APIs).
- Datensouveränität und Self-Service-Lösungen, die auch Nicht-Experten Analysewerkzeuge zugänglich machen.
Nicht zuletzt nimmt die Bedeutung von Realtime-Analysen im E-Commerce weiter zu: Wer schneller auf Trends oder Marktveränderungen reagieren kann, verschafft sich klare Vorteile.
Datenethik & Verantwortung
Mit dem wachsenden Einfluss von Data Science kommen ethische Fragestellungen zunehmend in den Vordergrund. Themen wie Diskriminierungsfreiheit, Transparenz und verantwortlicher Umgang mit Kundendaten sind kein „Nice-to-have“, sondern elementare Voraussetzung für nachhaltigen E-Commerce. Die Einhaltung gesetzlicher Rahmenbedingungen und der Aufbau von internem Wissen rund um Data Literacy sichern so nicht nur das Vertrauen der Kunden, sondern auch den langfristigen Geschäftserfolg.

Der Umgang mit Daten wird zur Basiskompetenz
Denken wir mal zurück, als PCs Einzug in sämtliche Büros gehalten haben. Schnell entwickelte sich das „Sichere Beherrschen des Office-Pakets“ als Hygienefaktor im Einstellungsverfahren. Ähnlich könnte es uns mit dem Umgang mit Daten gehen und Datenkompetenz wird ein „must have“ für zukünftige Stellenanzeigen. Es könnte sich also lohnen, Entscheidungen in Unternehmen nicht mehr dem Bauchgefühl zu überlassen, sondern sich mehr und mehr auf datengestützte Fakten zu verlassen und dies in der Unternehmenskultur zu etablieren. Wie?

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