Shopware 5 war über Jahre das Rückgrat vieler deutscher Online-Shops. Seit dem offiziellen End of Life im Juli 2024 gibt es keine Sicherheitsupdates mehr vom Hersteller. Wer heute noch auf Shopware 5 setzt, betreibt ein System ohne aktiven Schutz vor neuen Sicherheitslücken. Mit Safefive existiert zwar eine Initiative mehrerer Agenturen, die kostenpflichtigen Support bis 2029 anbietet, aber das ist eine Übergangslösung, keine Zukunftsstrategie.
Gleichzeitig hat Shopware mit Version 6 kein einfaches Update bereitgestellt, sondern eine vollständig neu entwickelte Plattform. Ein direktes Upgrade von Shopware 5 auf 6 gibt es nicht. Es geht so oder so um einen Relaunch, und damit stellen sich alle Fragen neu: Welches System passt zu meinem Business? Was kostet der Wechsel wirklich? Und wie stelle ich sicher, dass meine Daten sauber migriert werden?
In diesem Zuge entscheiden sich immer mehr Händler gegen eine On-Premise-Lösung und für die Flexibilität von Shopify. Doch wann lohnt sich dieser Wechsel wirklich?
- Shopware 6 vs. Shopify - ein Vergleich
- Erfolgsfaktoren für die Migration von Shopware zu Shopify
- Datenmigration – das A und O
- Hublify: Commerce-Backend und Data Hub für Shopify
Shopware 6 vs. Shopify - ein Vergleich
Jeder Systemvergleich hängt vom Blickwinkel ab. Was für den einen ein Vorteil ist, ist für den anderen irrelevant. Deshalb vorab: Beide Systeme sind moderne, leistungsfähige E-Commerce-Plattformen mit API-first-Architektur und Headless-Fähigkeit. Die Unterschiede liegen nicht in der technischen Grundausrichtung, sondern im Betriebsmodell, im Kostenrahmen und in der Zielgruppe.
Kosten
- Bei Shopware 6 gibt es seit 2022 keine Einmallizenz mehr. Das Modell ist vollständig auf monatliche Subskriptionen umgestellt:
Die Community Edition ist technisch kostenlos, aber seit März 2025 gilt eine Fair Usage Policy: Ab einem GMV von 1 Million Euro jährlich ist der Zugriff auf den Shopware Store und damit auf Sicherheitsupdates für Plugins ohne kostenpflichtigen Plan nicht mehr möglich. Für wachsende Shops ist die Community Edition damit keine langfristige Option mehr.
Shopware Rise startet ab 600 Euro monatlich und richtet sich an professionelle B2C-Shops mit bis zu 2 Millionen Euro GMV. Shopware Evolve beginnt bei ca. 2.400 Euro monatlich und schaltet die B2B-Funktionalitäten frei. Shopware Beyond ab ca. 6.500 Euro monatlich ist für Enterprise-Anforderungen mit 24/7-Support konzipiert.
Bei Shopify starten Shops mit dem Basic-Tarif für 36 Euro monatlich. Die nächsten Stufen liegen bei 105 Euro (Shopify) und 384 Euro (Advanced). Shopify Plus als Enterprise-Lösung beginnt bei ca. 2.800 Euro monatlich. Die Preise unterscheiden sich auch in den Transaktionsgebühren je nach Plan.
Support
Shopify bietet ab dem ersten Tag in jedem Plan 24/7-Support per Chat, E-Mail und Telefon. Bei Shopware hängt der Support stark vom gebuchten Plan ab: Community Edition ohne Herstellersupport, Rise mit 8 Stunden Reaktionszeit an Werktagen, Evolve mit 4 Stunden, Beyond mit 1 Stunde rund um die Uhr.Hosting & DSGVO
Shopify ist eine vollständige Cloud-Lösung: Hosting, Updates und Skalierung sind im Monatspreis enthalten. Shopware 6 kann als Cloud-Lösung (PaaS) oder On-Premise betrieben werden; Hosting-Kosten fallen zusätzlich zur Lizenz an.In Sachen DSGVO ist Shopware als deutsches Unternehmen nativ auf europäische Anforderungen ausgerichtet. Shopify hat seinen europäischen Kunden in den letzten Jahren erheblich nachgezogen, betreibt aber weiterhin Server teilweise außerhalb der EU.Anpassbarkeit und KI
Beide Systeme sind heute API-first und headless-fähig. Shopware 6 ist Open Source und erlaubt tiefe individuelle Eingriffe in den Code. Shopify ist als geschlossenes SaaS-System konzipiert und bietet Anpassbarkeit primär über das Frontend (Liquid, Storefront API) und das App-Ökosystem.Bei KI-Funktionen haben beide Systeme 2024 und 2025 aufgeholt: Shopware bietet den AI Copilot in allen bezahlten Plänen für Backend-Aufgaben wie Produktbeschreibungen und Kampagnen. Shopify hat Shopify Magic für Content-Generierung und Sidekick als KI-Assistenten im Admin eingeführt.
| Feature | Shopware 6 | Shopify |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Mittelstand mit individuellen Anforderungen | KMU, die schnell und skalierbar wachsen wollen |
| Modell | Open Source oder Cloud (PaaS) | SaaS, vollständig Cloud |
| Einstiegspreis | Ab 600 Euro/Monat (Rise) | Ab 36 Euro/Monat (Basic) |
| Community Edition | Kostenlos, aber ab 1 Mio. Euro GMV kostenpflichtig | Nicht verfügbar |
| Enterprise | Ab ca. 2.400 Euro (Evolve) | Ab ca. 2.800 Euro (Shopify Plus) |
| Wartungsaufwand | Mittel bis hoch (Updates, Hosting, Plugins) | Gering (Managed Hosting und Updates inklusive) |
| Anpassbarkeit | Sehr hoch (Open Source, tiefe Code-Eingriffe) | Hoch im Frontend, begrenzt im Core |
| Support | Planabhängig, teils kostenpflichtig | 24/7 in allen Plänen inklusive |
| DSGVO | Nativ (deutscher Anbieter) | Möglich, Server teils außerhalb EU |
| KI-Funktionen | AI Copilot (alle bezahlten Pläne) | Shopify Magic und Sidekick |
Für wen eignet sich was?
Wer also komplexere Projekte mit besonderen, nicht unbedingt state-of-the-art Anforderungen umsetzen will, für den ist Shopware besser geeignet. Bei Shopify dagegen kommt man auch ohne großes IT-Know-how schon ganz schön weit.
Die Wahl deines nächsten Shopsystems hängt von deinen spezifischen Vorhaben ab. Am besten machst du dir als erstes bewusst, welche Anforderungen dein Shop in Zukunft haben muss und checkst diesen Katalog mit Experten des jeweiligen Systems und erstellst eine Machbarkeitsanalyse mit den jeweiligen Kosten und Aufwänden.
Dazu gehören funktionale Anforderungen, aber auch Integrations-Möglichkeiten zu Zahlungsanbietern, ERP-Systemen, Marketing-Tools, etc. Design- und UX-Aspekte und deren Umsetzbarkeit sowie Performance und Skalierbarkeit solltest du ebenfalls evaluieren sowie die oben genannten Rahmenbedingungen zu Dokumentation, Support, Weiterentwicklung und Datenschutz.
Solltest du dich für einen Wechsel von Shopware zu Shopify entschließen geht es an die Migration.
Erfolgsfaktoren für die Migration von Shopware zu Shopify
Neben dem eigentlichen Datentransfer gibt es eine Reihe von Faktoren, die über Erfolg oder Misserfolg einer Migration entscheiden.
Datenmigration
Die Übertragung deiner Daten von Shopware zu Shopify kann eine komplexe Aufgabe sein. Stelle sicher, dass alle wichtigen Daten wie Produktinformationen, Kundenprofile, Bestellungen und Zahlungsinformationen korrekt übertragen werden. Überprüfe die Kompatibilität der Datenstrukturen zwischen den beiden Systemen und plane ausreichend Zeit für die Datenmigration ein.
Design und Anpassungen
Wenn du ein maßgeschneidertes Design oder spezifische Anpassungen an deinem Shopware -Shop vorgenommen hast, müssen diese möglicherweise neu erstellt oder angepasst werden, um sie in Shopify zu implementieren. Stelle sicher, dass du die erforderlichen Ressourcen und das technische Know-how hast, um das gewünschte Design und die Funktionen in Shopify umzusetzen.
SEO und URL-Struktur
Der Wechsel zu Shopify kann Auswirkungen auf deine URL-Struktur und dein SEO-Ranking haben. Achte darauf, dass du geeignete 301-Weiterleitungen (Redirects) einrichtest, um sicherzustellen, dass bestehende URLs auf Shopify weiterhin erreichbar sind und keine negativen Auswirkungen auf das Ranking in Suchmaschinen haben.
Zahlungsanbieter und Integrationen
Überprüfe, ob deine bevorzugten Zahlungsanbieter in Shopify verfügbar sind und ob du Integrationen mit anderen Drittanbieter-Systemen benötigst. Stelle sicher, dass die benötigten Integrationen reibungslos funktionieren, um den nahtlosen Betrieb deines Online-Shops sicherzustellen.
Schulung und Change Management
Ein Wechsel des Shopsystems erfordert oft eine Umgewöhnung für das Team, das den Shop betreut. Stelle sicher, dass du ausreichende Schulungen und Unterstützung für die Mitarbeiter bereitstellst, um sie mit den neuen Funktionen und der Bedienung von Shopify vertraut zu machen. Genauso solltest du pro-aktiv deine Kunden über den Relaunch informieren und ihnen die Verbesserungen verdeutlichen. Insbesondere, wenn sie für ihren Kundenaccount neue Passwörter anlegen müssen.
Datenmigration – das A und O
Ein Knackpunkt beim Systemwechsel ist die Datenmigration. Auf folgende Punkte solltest du achten:
Timing
Dein Wechsel sollte am besten nicht in deine umsatzstärkste Zeit fallen, wie z.B. die Vorweihnachtszeit. Such dir lieber eine Saure-Gurken-Zeit aus, in der nicht nur deine Kunden wenig bestellen, sondern auch deine Mitarbeiter (SEO-/SEA-Verantwortliche, Webmaster, etc.) verfügbar sind und keine weiteren Wechsel oder Änderungen anstehen (z.B. saisonbedingter Sortimentswechsel, Büroumzug, etc). Damit dein Umzug smooth läuft, solltest du die Migrationsschritte planen.
Bestandsaufnahme
Überlege dir genau, welche Daten du aus dem aktuellen Shop übernehmen willst. Es ist sehr sinnvoll, nicht nur eine Bestandsaufnahme durchzuführen, sondern auch eine Datenbereinigung durchzuführen, damit nur valide Daten übertragen werden:
Produktdaten: Namen, Beschreibungen, Bilder, Preise und Bestände.
Kundendaten: Stammdaten und Profile (Hinweis: Passwörter können oft aus Sicherheitsgründen nicht direkt mitgenommen werden).
Bestellhistorie: Wichtig für den Kundensupport und rechtliche Aufbewahrungsfristen.
Content: Blogeinträge, Seiten, Kategorien
Wie du dabei konkret mit den Produktdaten umgehst, welche Felder sich 1:1 übertragen lassen und wo Aufwand entsteht, haben wir im Artikel Shopware 5 zu Shopify: Produktdaten migrieren ist das Eine - aber wo und wie sollen sie dauerhaft verwaltet werden? ausführlich beschrieben.
Reihenfolge
Nachdem du zuerst dein neues Design implementiert hast, müssen die Daten übertragen werden und Weiterleitungen erstellt werden. Da du möglichst aktuelle Daten übertragen willst und die Transaktionsdaten deiner Kunden nahtlos migrieren willst, empfiehlt sich folgende Reihenfolge. Zuerst migrierst du deine Produkte und Kategorien, dann die Kundendaten und die Bestellhistorie samt Zahlungsdaten (sofern verfügbar).
Bis kurz vor dem Shopwechsel überträgst du bis dahin angefallene Daten. Jedoch können auch noch am Tag vor dem Umzug Profile und Bestellungen angelegt werden. Daher solltest du direkt vor dem Wechsel oder kurz danach eine zweite Datenübertragung starten und währenddessen ggfs. die beiden Shops solange "sperren", um Datenschiefstände zu vermeiden.
Transfer-Strategie
Es gibt verschiedene Möglichkeiten wann, wie häufig und in welchem Umfang du deine Daten migrieren kannst.
Das hängt unter anderem von Datenmenge, Anzahl (Sonder-) Felder, Bestellfrequenz, verwendetem Migrationstool usw. ab. Natürlich ist es immer von Vorteil, alle oder zumindest markante (Produkt-)Daten schon vorab in das neue Zielsystem zu importieren. Das hilft beim Anpassen der neuen Shop-Templates, Schulen der Backend-Mitarbeiter usw.
Man sollte sich bei den Produkt- und Kategoriedaten überlegen, ob und wann diese sich noch im Alt-System eventuell ändern und ggfs. mehrmals übertragen werden müssten. Paralleles Nachbearbeiten in mehreren Systemen möchte man natürlich vermeiden.
Ähnliches gilt für die Kunden- und sämtliche Bestelldaten. Natürlich möchte man die "Shops-Downtime" auf 0 Sekunden reduzieren, damit zu keiner Zeit Umsatz ausfällt.
Aufwand
Für die Datenmigration selbst gibt es verschiedene Wege. Shopify bietet einen Store-Importer kostenlos an, allerdings nicht für den Wechsel von Shopware 5 zu Shopify. Neben verschiedenen Plug-Ins von Drittanbietern aus dem App-Store können die Daten immer über eine CSV-Datei umgezogen werden. Doch sowohl der CSV-Import als auch die Programmierung eines individuellen Imports deiner Daten in Shopify bedeuten deutlich mehr Aufwand als über einen direkten Datentransfer.

Hublify: Commerce-Backend und Data Hub für Shopify
Hublify heißt nicht umsonst Hub-lify, da es ein Data-Hub für Commerce-Daten darstellt, der sich mit der Hublify Schnittstelle super easy in dein technologisches Ökosystem einfügt. Zu Shopware und Shopify existieren Konnektoren, damit Hublify auf diese Systeme und deren Daten zugreifen kann. Bei einem Wechsel von Shopware zu Shopify würde Hublify deine Produktdaten (samt Kategorien), Kundendaten und Auftragsdaten aus Shopware exportieren und die Produktdaten über den Konnektor in Shopify wieder importieren. Bei den Produktdaten umfasst dies z.B.:
Productcode, Produktname, Varianten (so viele wie Shopify erlaubt), Produktbeschreibungen, Herstellernamen, Preise, Rabatte, Meta Titles, Images, Bestand. Du kannst so viele zusätzliche Felder anlegen, wie du willst.
Datenstrukturen neu überdenken
Häufig ist ein Systemwechsel der Anlass, Datenstrukturen neu zu überdenken. Indem du die Daten von Shopware zunächst in Hublify speicherst, kannst du im PIM deine Produktdaten für Shopify vorstrukturieren, erweitern, die Qualität überprüfen oder Sonderfelder anlegen. Dasselbe gilt für Auftrags- oder Kundendaten, die in Hublify vor dem Import auf Dubletten, Adressfehler, etc. geprüft werden, neu strukturiert oder angereichert werden können.
Ein Data Hub als Ergänzung zu Shopify
Insbesondere, wenn du vorhast, nicht nur einen Shop zu bedienen, sondern deine Produktdaten aus Shopware in mehrere Shopify-Shops oder weitere Kanäle wie Marktplätze, gepumpt werden sollen, ist ein PIM sehr nützlich, um die Produktdaten und -sortimente kanalspezifisch aufzubereiten und an einer Stelle zu verwalten.
In manchen Fällen lohnt es sich, Hublify dauerhaft als Ergänzung zu Shopify zu nutzen, um die Anpassungsfähigkeit und Prozessfreiheit beizubehalten, die sie von Shopware gewohnt waren. Und natürlich das "made in Germany"-Label mit sicheren Daten auf deutschen Servern.
Freiheit bei der Datenverwaltung: Du verwaltest Daten so, wie dein Geschäftsmodell es erfordert, nicht wie die Plattform es vorgibt. Du kannst unbegrenzt Zusatzattribute verwalten oder komplexe Varianten-Logiken abbilden.
Zentrale für Multishop & Multichannel: Bei mehreren Shopify-Instanzen oder zusätzlichen Marktplätzen (Amazon, eBay etc.) ist Hublify deine Single Source of Truth. Die Releeze Group nutzt Hublify beispielsweise, um 50 Shopify Shops damit zu steuern. Schau dir gerne den Use Case Releeze an.
Komplexe Warehouse-Prozesse: Bei mehreren Lagern oder speziellen Pick-&-Pack-Workflows übernimmt Hublify das Order Management (OMS) und Warehouse und sorgt für Bestandsabgleiche in Echtzeit.
Der Vorteil von Hublify als cloudbasierter Lösung ist, dass du monatlich buchst, den Datentransfer also innerhalb des gebuchten Zeitraums mehrmals durchführen kannst und für unterschiedliche Shops. Darüber hinaus ist jede Apps modular zu- oder abbuchbar so lange du sie benötigst.
Falls dir Hublify gefällt, kannst du es in Ergänzung zu deinem Shopify-Shop nutzen, als PIM, als Order Management, CRM oder ERP zum Beispiel, je nachdem wie dein Shop sich weiterentwickelt. Hier erfährst du noch mehr über das Angebot von Hublify rund um den Systemwechsel.

