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Shopware 5 zu Shopify: Produktdaten migrieren ist das Eine - aber wo und wie sollen sie dauerhaft verwaltet werden?

Der End of Life von Shopware 5 war ein Einschnitt, der viele Online-Händler zu einer Entscheidung zwingt, die sie sich jahrelang aufgespart haben: Wohin jetzt? Wann und warum eine Migration von Shopware 5 zu Shopify sinnvoll ist, haben wir bereits in einem anderen Blogartikel zum Wechsel behandelt. 

Shopify ist für viele die naheliegende Wahl: schnell zu starten, gut dokumentiert, mit einem starken App-Ökosystem. Doch bevor du loslegst, lohnt es sich, einen Moment innezuhalten. Denn die Migration selbst ist nicht das eigentliche Problem. Das eigentliche Problem ist, wie du deine Produktdaten strukturierst und ob du am Ende wieder in denselben Abhängigkeiten steckst wie bei Shopware 5.

Dieser Artikel zeigt dir, worauf es bei der Migration deiner Produktdaten ankommt, wo Shopify stark ist und wo es Grenzen hat. Und er zeigt, wie du die Migration zum Anlass nimmst, deine Datenbasis einmal wirklich zukunftssicher aufzustellen.

Shopware 5 ist abgekündigt: Was das für deine Produktdaten bedeutet

Seit dem 24. Juli 2024 stellt Shopware keine Sicherheitsupdates mehr für Shopware 5 bereit. Das bedeutet: Wer noch auf Shopware 5 betreibt, tut das auf eigenes Risiko. Sicherheitslücken werden nicht mehr geschlossen, neue PHP-Versionen sind nicht kompatibel, und Plugin-Anbieter ziehen sich nach und nach zurück. Mit Safefive gibt es zwar eine Drittanbieter-Initiative, die bis 2029 kostenpflichtigen Support anbietet, aber das ist eine Übergangslösung, keine Zukunftsstrategie.

Was viele unterschätzen: Das EOL trifft vor allem die Produktdaten. Denn in Shopware 5 haben viele Händler über Jahre hinweg Felder, Freitexte, Eigenschafts-Sets und Konfigurationen aufgebaut, individuell, oft undokumentiert, und in einer Struktur, die sich nicht eins zu eins auf ein anderes System übertragen lässt. Die Migration ist deshalb kein einfacher Export-Import-Vorgang. Sie ist eine inhaltliche Aufgabe.

Und genau das ist die Chance: Eine Migration ist der einzige Moment, in dem du gezwungen bist, deine Produktdaten wirklich anzufassen. Nutze ihn.

Standard-Daten vs. Custom-Felder: Was problemlos migriert und was nicht

Der erste Schritt jeder Migration ist die Frage: Um welche Daten geht es überhaupt? Dabei unterscheiden wir zwischen Standard-Daten, die sich weitgehend automatisiert übertragen lassen, und Custom-Feldern, bei denen immer manueller Aufwand entsteht.

Standard-Daten, die 1:1 migriert werden können, sind:

  • Produkttitel und Beschreibung
  • Preise (Verkaufspreis, UVP)
  • SKU und Barcode
  • Lagerbestand
  • Gewicht und Maße
  • Hersteller
  • Produktbilder inklusive Alt-Texte
  • SEO-Daten (Meta-Titel, Meta-Beschreibung)
  • Kategorien / Collections

Bei diesen Feldern kann eine strukturierte CSV-Datei oder ein Migrationstool gute Arbeit leisten – sofern das Mapping sauber definiert ist.

Custom-Felder hingegen, also alles, was in Shopware 5 über Freitextfelder, Eigenschafts-Sets oder individuelle Attribute abgebildet wurde, lassen sich nicht automatisch übertragen. Hier brauchst du ein klares Data-Mapping, das definiert: Welches Feld aus Shopware heißt wie in Shopify, und wie wird es dort dargestellt?

Ein häufiger Fehler: Händler übernehmen die Feldnamen aus Shopware ungeprüft. Felder wie „attr1" bis „attr30" sagen im neuen System niemandem etwas. 

Eine Migration ist der perfekte Zeitpunkt für eine Datenbereinigung. Veraltete oder ungültige Daten können aussortiert werden, Fehler korrigiert werden, bzw. Unvollständigkeiten ergänzt werden.

Diese unliebsame Aufräumarbeiten macht keiner gerne, daher ist jegliche Unterstützung willkommen. Hublify verfügt über einen Datenqualitäts-Checker, der Produktdaten auf Vollständigkeit (sind alle Felder ausgefüllt, mit ausreichend Content), Konsistenz (einheitliche Maße) und weitere Merkmale prüft und so den Handlungsbedarf identifizieren kann.

Data-Mapping: Shopware-Felder zu Shopify-Feldern richtig übersetzen

Bevor ein einziger Datensatz wandert, sollte ein Data-Mapping stehen. Das ist eine Tabelle, die jedem Shopware-Feld sein Pendant in Shopify zuordnet – inklusive der Frage, wie das Feld befüllt, benannt und ausgespielt werden soll.

Dabei stößt man schnell auf einen strukturellen Unterschied zwischen den beiden Systemen: Kategorien vs. Collections.

Shopware arbeitet mit einer hierarchischen Kategoriestruktur – Haupt- und Unterkategorien, beliebig tief verschachtelbar. Shopify kennt stattdessen „Collections" (auf Deutsch auch als „Produktkategorien" bezeichnet), denen Produkte zugeordnet werden – ohne zwingend in einer Hierarchie zu stehen. Collections können manuell befüllt oder automatisch über Regeln gesteuert werden (z. B. nach Tag, Produkttyp oder Preis).

Das bedeutet: Eine Shopware-Kategoriestruktur lässt sich nicht 1:1 in Shopify abbilden. Was in Shopware eine Unterkategorie war, wird in Shopify typischerweise über Tags, automatische Collection-Regeln oder Metafelder gelöst. Wie das konkret aussehen soll, ist eine der ersten Fragen, die du mit deiner Shopify-Agentur klären solltest.

Zusätzlich hat Shopify eine eigene Standard-Produkttaxonomie eingeführt – ein standardisiertes Kategoriensystem, das unter anderem für Google Shopping und andere Kanäle relevant ist. Diese Taxonomie ist von den eigenen Collections getrennt und sollte beim Mapping berücksichtigt werden.

Einen eigenen Schritt verdient auch die Datenbereinigung: Veraltete Produkte, inkonsistente Maßangaben, fehlende Pflichtfelder – all das sollte vor der Migration korrigiert werden, nicht danach.

Varianten und Produktstruktur: Was Shopify heute kann und wo Grenzen bleiben

Lange war das Varianten-Limit von 100 Produkten pro Artikel ein bekanntes Ärgernis bei Shopify – besonders für Händler mit großen Sortimenten. Das hat sich geändert: Seit 2024 unterstützt Shopify offiziell bis zu 2.048 Varianten pro Produkt. Das ist eine fundamentale Erweiterung, die viele Workarounds überflüssig macht.

Was sich nicht geändert hat: die Beschränkung auf drei Optionstypen pro Produkt (z. B. Farbe, Größe, Material). Wer mehr als drei Dimensionen nativ abbilden will, kommt weiterhin nicht ohne Metafelder oder Apps aus.

Metafelder sind in Shopify inzwischen deutlich mächtiger als früher. Variantenoptionen können direkt mit Metafeldern verknüpft werden – das bedeutet: Ändert sich ein Wert (z. B. ein Farbname), wird er automatisch bei allen verbundenen Produkten aktualisiert. Für Händler mit großen, sich regelmäßig ändernden Katalogen ist das ein echter Effizienzgewinn.

Trotzdem gilt: Je komplexer die Produktdatenstruktur, desto wichtiger ist es, sich vor der Migration Gedanken zu machen:

  • Wie sind deine Produkte strukturiert? Master-Produkt mit Varianten, oder jede Variante als eigenständiges Produkt?
  • Wonach sollen Produkte gefiltert werden?
  • Welche Attribute braucht der Shop, welche das ERP, welche brauchen beide?

Diese Fragen lassen sich nicht im Nachhinein lösen. Sie bestimmen, wie die Datenbasis aufgebaut wird – und wie viel Aufwand jede spätere Änderung kostet.

Es ist sinnvoll, sich vorab zu überlegen, welche Felder ich für meinen Shopify-Shop brauche und welche wie und wo ausgespielt werden können. Lass dich von Shopify-Experten beraten, wie dein neues Template aussehen kann und welche Möglichkeiten Shopify bietet. In einem Data-Mapping kannst du eine Tabelle anlegen, welches Feld in Shopware wie heißt und was beinhaltet und wie das Zieldatenfeld in Shopify heißt.

Dabei ist eine sinnvolle Benennung der neuen Felder sehr hilfreich. Anstelle von Feldnamen wie „attr1, attr2,… attr30“ für Freitextfelder aus Shopware, sollte hier stehen, was das Feld beinhaltet, bspw. der Markenname.

Was kostet eine Migration von Shopware zu Shopify?

Eine der häufigsten Fragen - und eine, die selten ehrlich beantwortet wird. Die Antwort ist: Es kommt darauf an. Aber es gibt typische Kostenblöcke, die du kennen solltest:

Migrationstools aus dem Shopify App Store versprechen schnelle Lösungen und rechnen meist volumensbasiert ab, pro Produkt oder pro Datensatz. Für einfache Kataloge mit Standard-Daten kann das funktionieren. Sobald Custom-Felder, Varianten-Strukturen oder spezifische Kategorisierungen ins Spiel kommen, stoßen diese Tools an ihre Grenzen und der vermeintlich günstige Preis wird durch hohen Nacharbeitsaufwand relativiert.

Agenturen für Shopify-Migrationen arbeiten typischerweise projektbasiert. Der Aufwand hängt stark von der Komplexität des Katalogs, dem Zustand der Ausgangsdaten und dem gewünschten Ergebnis ab. Erfahrungsgemäß unterschätzen Händler diesen Aufwand erheblich, weil sie nicht wissen, was in ihren eigenen Daten steckt.

Interne Ressourcen werden bei jeder Migration benötigt: jemand, der das Data-Mapping durchdenkt, Testdaten aufbereitet, Rückfragen beantwortet. Dieser Aufwand wird in Planungen fast immer vergessen.

Empfehlung für den Prozess: Starte immer mit einem Set an Testdaten, das alle vorhandenen Ausprägungen abdeckt, also alle Varianten-Typen, alle Custom-Felder, alle Kategorie-Ebenen. Nur so siehst du frühzeitig, wo das Mapping nicht funktioniert. Und überlege sorgfältig, zu welchem Zeitpunkt dynamische Daten (Lagerbestände, Preise) überführt werden – idealerweise so spät wie möglich vor dem Go-live.

Hublifys Angebot bietet hier einen anderen Ansatz: Statt volumenbasierter Abrechnung pro Migrationsvorgang steht das System als monatlich mietbare Cloud-Lösung zur Verfügung. Daten können so oft hin- und hergeschoben werden wie nötig und der Datenqualitäts-Checker zeigt von Anfang an, wo wirklich Handlungsbedarf besteht.

Wann eine Ergänzung zu Shopify sinnvoll wird

Shopify ist als Storefront und Checkout-Plattform stark – und für viele Händler ist das vollkommen ausreichend. Es gibt jedoch Anforderungen, die sich mit Shopify nativ nur mit erheblichem App-Aufwand abbilden lassen:

Produktkonfiguratoren und konditionale Logik: Wer einen echten Konfigurator , etwa im Maschinenbau, für individualisierte Produkte oder für Sets mit , kommt ohne externe Tools oder Custom Development nicht weit. Shopify bildet solche Logiken, bei denen die Auswahl einer Option eine andere beeinflusst oder Preise dynamisch berechnet werden, nativ nicht ab.

Staffelpreise und B2B-Logik: Natives Volume Pricing ist bei Shopify auf Shopify Plus beschränkt und dort ausschließlich für B2B-Kunden über dedizierte Kataloge verfügbar. Wer B2C-Staffelpreise oder variantenspezifische Mengenrabatte braucht, ist auf Apps angewiesen. Dasselbe gilt für die parallele Darstellung von Brutto- und Nettopreisen für unterschiedliche Kundengruppen.

Komplexe Bundle-Logik: Konfigurierbare , bei denen Zusammensetzung, Preise und Lagerbestände der Einzelkomponenten dynamisch berechnet werden – gehen über das hinaus, was Shopify nativ leistet.

Wachsender App-Stack: Viele dieser Anforderungen lassen sich durch Apps lösen. Das funktioniert gut, solange der Stack überschaubar bleibt. Sobald mehrere Business-kritische Apps zusammenspielen müssen, steigt der Koordinations- und Pflegeaufwand spürbar.

Ab einem gewissen Punkt stellt sich deshalb die Frage, ob ein dediziertes System für Produktdaten und Backend-Prozesse mehr Struktur bringt als ein gewachsener App-Stack.

Wann ein Data Hub sinnvoll wird und wie der Einstieg aussieht

Ein dedizierter Data Hub ist keine Alles-oder-nichts-Entscheidung. Er macht dann Sinn, wenn die Anforderungen über einen einzelnen Shop hinauswachsen, zum Beispiel wenn du mehrere Shopify-Instanzen mit unterschiedlichen Sortimenten befüllst, wenn dein Angebot auf verschiedenen Kanälen oder Marktplätzen wie Amazon oder eBay ausgespielt wird, wenn B2B- und B2C-Kunden unterschiedliche Produktsichten und Preise sehen sollen, oder wenn du Produktdaten zentral pflegst und kanalspezifisch aussteuern willst, ohne sie mehrfach anzufassen.

Der Einstieg kann dabei modular erfolgen: zunächst als Produktdaten-Hub, der Shopify mit sauber strukturierten Daten versorgt. Daraus kann schrittweise mehr entstehen: Order Management, Lagerhaltung, Billing, je nachdem wohin das Business wächst und welche Prozesse zentral gesteuert werden sollen.

Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel: Wann lohnt sich ein PIM für Shopify ?

Hublify als Data Hub: Shopify optimal bespielen – und offen bleiben

Hublify ist als Data Hub für Commerce-Daten gebaut, mit dem expliziten Ziel, einen flexiblen, offenen Umgang mit Produktdaten zu ermöglichen. Nicht als Shopsystem-Ersatz, sondern als Ergänzung.

Was das konkret bedeutet:

Das Hublify PIM verwaltet Produktdaten in der Struktur, die dein Business braucht, mit beliebig vielen Attributen, komplexen Varianten-Logiken und kanalspezifischen Ausprägungen. Was Shopify darstellen kann, wird über den fertigen Konnektor ausgespielt. Was über Shopify hinausgeht, kann über weitere Kanäle, Marktplätze, B2B-Portale, weitere Shops, bedient werden, ohne die Daten doppelt zu pflegen.

Das Hublify Order Management  schließt die Lücken, die Shopify nativ offen lässt: komplexe Auftragsabwicklung, Lagerhaltung über mehrere Standorte, Retourenmanagement, Rechnungsstellung - alles in einem System statt verteilt auf einen App-Stack.

Wer mehrere Shops, Märkte oder Kanäle bedient, hat mit Hublify eine zentrale Datenbasis, die alle Ausgabekanäle einheitlich bespielt. Die Releeze Group hat Hublify beispielsweise genutzt, um 70 Shopify-Shops aus einer zentralen Datenbasis zu steuern.

Und wenn sich die Anforderungen ändern: Wer Datenverwaltung und Ausgabekanal von Anfang an trennt, kann beides unabhängig voneinander weiterentwickeln. Der Kanal passt sich an – die Datenbasis bleibt stabil.

Letzte Aktualisierung: 28.04.2026
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