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Der Von-Floerke-Fall

Das DHDL- Startup Von Floerke, das sich durch den Verkauf von hochwertigen Hemden, Krawatten, und zuletzt auch Spirituosen und teurem Kaviar einen Namen machte, musste im vergangenen Oktober einen gewaltigen Rückschlag einstecken. Auch heute, etwa ein Jahr später, hat sich das Unternehmen noch nicht davon erholt.

Doch wie konnte die Erfolgsstory „Von Floerke“ zu einem solchen Trauermarsch werden? Shopanbieter.de-Autor Peter Höschl mutmaßt, kennzahlenbasierte Entscheidungen hätten das Dilemma verhindern können.

Ein glänzenderStart

Bis vor kurzem konnte der heute 26-jährige Gründer des Bonner Modelabels Von Floerke, David Schirrmacher, sich noch mit den Erfolgen seines Startups schmücken. Der Unternehmer hatte seine Geschäftsidee 2015 in der Fernsehsendung „Die Höhle des Löwen“vorgestellt.

Das Ergebnis: Gleich drei Geldgeber, unter anderem der Starinvestor Frank Thelen, boten ihre Unterstützung an. Zahlreiche Fliegen und Anzüge gingen nun über die Ladentheke, das Geschäft florierte.


„Die meistenHändler scheitern, weil sie schlechte Kaufleute sind, die ihreZahlen nicht im Griff haben.“

Nachdem es im Herbst letzten Jahres dann zum unerwarteten Einbruch des Herrenmode-Shops kam, beschäftigte sich Peter Höschl, Autor von shopanbieter.de, mit dem brisanten Ereignis.

In seinem Artikel „Was Online Händler vom von Floerke- Fall lernen können“ verschafft er sich einen Überblick über die Zahlen des Unternehmens und kommt zu erstaunlichen Erkenntnissen: Die Fehleinschätzungen, die zu einer nicht tragbaren Erweiterung des Von-Floerke-Sortiments geführt hatten, wären bei „richtigen Schlüssen und Ableitungen aus den Kennzahlen“ vermeidbar gewesen.

Was genau bedeutet das, ein richtiger Umgang mit den Kennzahlen? Höschl betont zunächst, dass es von größter Wichtigkeit ist, die Stärken und Schwächen in Bereichen wie Ertrag, Ausgaben und Sortiment und somit den Optimierungsbedarf zu erkennen. Dies ist die Ausgangslage für nächste Schritte wie

1.) die Stärken auszubauen und die Schwächen zu eliminieren.

2.) im Anschluss kennzahlenbasiert zu expandieren.

Eins lässt also bereits festhalten: Erst der Umgang mit Kennzahlen lässt betriebliche Stärken und Schwächen und demnach den Optimierungsbedarf eines Unternehmens erkennen.

Um welche Kennzahlen geht es? Mit gesundem Menschenverstand und einem kaufmännischen Grundwissen kommt man meist schon sehr weit:

Where is the beef? - Wo liegen die Erlösströme?

Zunächst gilt es zu untersuchen, wie hoch die Umsatzanteile und Kostenanteile pro Kanal sind.

Welche Ausgaben explodieren?

Was sind die größten Kostenblöcke? Kann man diese unterschiedlichen Abteilungen zuordnen? Wo genau kann man mit Sparmaßnahmen am besten ansetzen? An Personalkosten, Raumkosten, Reisekosten?

Wie kann ich mein Sortiment optimieren?

Was sind die Renner und Penner? Welche Produkte tragen am meisten zum Umsatz bei und welche bringen Verluste? Inwiefern bedingen sich einige Geschäftsbereiche? Muss ein gewisses Verlustgeschäft in Kauf genommen werden, um Top-Seller in anderen Bereichen zu ermöglichen? Wie kann ich mit meinen Top-Sellern noch mehr Umsatz generieren?

Schon diese allerersten Schritte hätten im Fall von Floerke vermutlich geholfen, um rechtzeitig den Turnaround zu schaffen.

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Digital Native und zuhause in der Welt von Insta und Online. Als Non-ITlerin "Übersetzerin" von Software- und Business-Denglisch in eine für-jeden-verständliche Sprache.

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